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Author Archives: Steve Schulz

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Wenn der Inhalt zählt

In der Welt der Werbung stößt man immer häufiger auf den Begriff Content-Marketing. Ein wenig verrät der Begriff dabei schon selbst, worum es geht, nämlich um Content, also Inhalt. Und Marketing? Um hier nicht eine der vielen (verwirrenden) Definitionen des Marketing-Begriffes zu verwenden, übersetzen wir ihn mal an dieser Stelle einer besseren Verständlichkeit wegen mit Umgang. Es geht also um den Umgang mit Inhalten.

Ist ja ganz schön, aber welche Inhalte sind denn gemeint?
Als Unternehmer senden Sie täglich viele Informationen (und Inhalte) nach draußen in Richtung Zielgruppe. Sie werben mit Anzeigen, erstellen Ihre Website, entwickeln neue Produkte, gehen auf Messen und unternehmen viele weitere Dinge, um Ihre Zielgruppe zu erreichen und Umsätze zu generieren.
Beim Content-Marketing jedoch geht es in erster Linie darum, nicht für ein Unternehmen, eine Dienstleistung oder ein Produkt zu werben bzw. darüber zu berichten. Beim Content-Marketing geht es vielmehr darum, Ihrer Zielgruppe einen informativen Mehrwert auf fachlicher Ebene anzubieten.

Mehrwert bieten, nicht verkaufen wollen

Wenn Sie Ihrer Zielgruppe einen Mehrwert bieten möchten, „outen“ Sie sich als Fachmann (oder Fachfrau). Sie treten nun in der Rolle des Ratgebers auf.
Sie sind Orthopäde? Dann könnten Sie Ihren Patienten etwas darüber erzählen, wie positiv sich eine bestimmte Ernährung auf den Bewegungsapparat auswirkt. Oder mit welchen Übungen man am Schreibtisch Nackenverspannungen effizient vorbeugen kann.
Sie sind Handwerker? Dann wäre es bestimmt für Ihre Kunden interessant, worauf zu achten ist, wenn man ein Haus sanieren möchte, oder vielleicht erst einmal ein Zimmer.
Noch spezifischer könnte es aussehen, wenn Sie ein Maler sind und Ihrer Klientel Wissen darüber vermitteln, worauf zu achten ist, wenn man eine Wand vor dem Tapezieren optimal behandeln möchte, und wie viele Arten des Untergrundes es überhaupt gibt.
Sie haben einen Web-Shop und bieten exotische Gewürze an? Dann erstellen Sie einen Blog oder Videos, wie man Ihre Gewürze besten in der Küche einsetzt, zu welchen Gerichten sie passen und so weiter.
Schon eine Idee, was ein Gartenlandschaftsbauer an Inhalten erstellen könnte?

Den richtigen Inhalt finden

Worüber sollen Sie nun berichten, fragen Sie sich? Ganz einfach. Worüber möchten Sie denn berichten? Die besten Themen finden Sie, wenn Sie an Ihre Zielgruppe denken. Was treibt diese um? Was wissen Ihre Kunden schon, was nicht? Worüber könnten sie noch mehr erfahren? Selbstverständlich hilft auch mal ein Blick auf die Mitbewerber. Was machen also andere? Oft hilft auch ein Blick zurück? Wie haben sie angefangen? Was haben Sie damals für Informationen gebraucht, und wie schwer war es, diese zu kommen?

Sie können unterschiedlich tief in Ihre Themenwelten abtauchen und werden sehr schnell ein Gefühl dafür entwickeln, was Ihre Zielgruppe interessiert, wie Ihre Inhalte ankommen und wie tief sie Ihnen in die einzelnen Themen folgen können oder wollen.

Inhalte gezielt einsetzen

Selbstverständlich reicht es nicht aus, sich ein paar Themen herauszusuchen, etwas darüber zu schreiben, es auf die Website zu stellen und abzuwarten, was passiert. Um Ihre Inhalte nicht nur heute, sondern auch morgen noch an den Mann und die Frau zu bringen, müssen Sie einen Plan erarbeiten, der Sie selbst bei der Verbreitung Ihrer Inhalte optimal unterstützt, Ihnen jederzeit den besten Überblick verschafft, Schnittstellen zu Ihrer Klientel herstellt, sie pflegt und vieles mehr. Dieser Plan ist dann Ihr individuelles Content-Marketing.

Wie Sie Ihre Inhalte am besten zu Ihrer Zielgruppe transportieren, behandeln wir beim nächsten Mal. Eins sei schon jetzt verraten: crossmedial!

Bis dahin wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Ihr
Steve Schulz
commata – Agentur für Marketing & Kommunikation
www.commata.de


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Die Produktion und das Einbinden eigener Videos in die Website

Wahrscheinlich werden sich die wenigsten von Ihnen mit diesem Thema detaillierter beschäftigen, weil sie entweder keine Videos auf Ihrer Website zeigen oder einen externen Dienstleister mit dieser Aufgabe beauftragen.

Warum also sollten wir dieses Thema dann hier behandeln? Aus einem einfachen Grund, je mehr Sie darüber wissen, desto mehr Geld sparen und unangenehme Überraschungen erwarten Sie.

Es liegt an der Kürze dieses Artikels, Sie nicht zu einem Experten werden lassen zu können. Er reicht jedoch aus, um Ihnen ausreichend Wissen zu vermitteln, um weitverbreitete Fehler im Vorfeld auszuschließen.

In aller Kürze soll daher verdeutlicht werden, worauf beim Einbinden (und schon bei der Produktion) von Videos bzw. Filmsequenzen zu achten ist.

Schon vorher an nachher denken

Bereits bei der Produktion eines Werbe-, Image- oder Erklärvideos ist es wichtig daran zu denken, auf welchen Kanälen das Video gezeigt werden soll. Kino- oder TV-Spots unterscheiden sich schon stark in der Bild- und vor allem Tonqualität voneinander. Ein Video, das im Internet gezeigt wird, muss weitere Parameter berücksichtigen, damit es trotz einer starken Qualitätsreduktion hochwertig wirkt.

In der Regel gilt bei der Produktion des Filmmaterials (Footage) und der Nachbearbeitung (Postproduktion), wie z. B. dem Schnitt, der Ton- und Bildbearbeitung sowie ggf. Sprecheraufnahmen u. a.: Runterrechnen geht immer, hochrechnen sollte vermieden werden.

Das heißt nichts anderes als dass das Ausgangsmaterial so hochwertig wie möglich sein sollte, wenn man einzelne Filmsequenzen später doch noch in hoher Qualität benötigt. Und das gilt für das Bild- und das Tonmaterial.

Das richtige Format fürs Internet

Nachdem man ein Video fertiggestellt hat, das im Internet veröffentlicht werden soll, muss man sich für das richtige Format entscheiden. Und das ist nicht immer so einfach. Der Grund dafür sind die unterschiedlichen Endgeräte wie PC, Tablet oder Smartphone, die unterschiedliche Betriebssysteme wie Linux, iOS (Apple), Android oder Windows haben. Dazu kommen die entsprechenden Browser, die nur Videosequenzen abspielen, wenn sie in einem bestimmten Format vorliegen.

Theoretisch wäre es daher notwendig, das eigene Video in den wichtigsten Videoformaten (mp4, WebM, MOV und OGV/OGG) vorzuhalten, damit immer das richtige Video gezeigt werden kann, egal, in welchem Browser oder auf welchem Endgerät es gerade gesehen wird.

Für die optimale Auskopplung oder Ausspielung des Videos gibt es entsprechende Tools (Software), die dies relativ einfach für einen erledigen – wenn man sich damit ein wenig auskennt.

Jeder Browser ist anders

Wie schon angesprochen besteht ein wesentliches Problem aller Browser darin, dass sie gestalterische Vorgaben unterschiedlich interpretieren, was auch für die Anzeige von Videosequenzen gilt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die verschiedenen Anbieter sich (noch) nicht auf ein allgemeingültiges Format geeinigt haben (hier wird deutlich, was eine internationale Normung doch so für Vorteile hat). So liest der Windows Explorer Videodateien z. T. gar nicht, die in Firefox oder Safari problemlos dargestellt werden. Und hat man eine Variante gefunden, kann es sein, dass die Einstellungen und Formatierungen beim nächsten Update des Browsers wieder dahin sind.

Da der Windows Explorer bald durch den neuen unter Windows 10 laufenden Browser Edge ersetzt wird, soll dieser bestehende Probleme beheben und ebenso leistungsstark wie Firefox und Chrome werden. Grundsätzlich gilt die Empfehlung, Browser und Betriebssystem immer mit der aktuellsten Version zu nutzen.

Die einfachste Lösung: Anbieter nutzen

Um technische Begrenzungen und Lizenzfragen zu umgehen, gibt es eine sehr einfache, zumeist kostenfreie und auch für den Nutzer (Kunden) sehr komfortable Lösung: die Einbindung der Videos mittels Shortcodes oder definierten Tags, die seitens entsprechender Anbieter zur Verfügung gestellte werden. So z.B. von YouTube, Vimeo u. a. Diese bieten sogar die Möglichkeit an, seinen eigenen Videokanal zu installieren und das gewünschte Publikum mit seinen neuesten Videos zu erfreuen.

Auch Serverprobleme werden so vermieden, da bei besagten Portalen davon ausgegangen werden kann, dass diese stets die aktuellste Softwareversion einsetzen.

Ein wesentlicher Vorteil, der für die Einbindung eines Videos über ein Portal spricht ist der, dass das Video nicht zusätzlich geladen werden muss, was die gesamte Website verlangsamen würde.

Doch auch wenn Sie Ihre Videos über entsprechende Portalservices einbinden möchten, achten Sie immer darauf, dass sie inhaltlich und technisch optimal an Ihre Zielgruppe und den genutzten Kanal angepasst sind.

Wie Sie sich im Internet mit dem Inhalt Ihrer Videos und Websites weiter von Mitbewerbern abheben, Ihre Kunden Ihre Kernkompetenzen erkennen und Sie gleichzeitig die Suchmaschinenoptimierung positiv beeinflussen, lesen Sie in den kommenden Ausgaben.

Bis dahin wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Ihr
Steve Schulz
commata – Agentur für Marketing & Kommunikation
www.commata.de


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Stellen Sie sich mal vor…!

…Sie könnten potentielle Kunden, die auf Ihrer Website landen, in wenigen Sekunden davon überzeugen, bei Ihnen Kunde zu werden.
Ein Traum? Nicht unbedingt…

In der letzten Ausgabe haben wir über das Thema Bewegung gesprochen sowie darüber, wie man mit bewegten Bild- und Seitenelementen Aufmerksamkeit erregt, und was dabei zu beachten ist.
In dieser Ausgabe widmen wir uns dem nächsten Schritt, dem Video, also der Kombination von bewegten Bildern und Ton.

Das dynamische Werbebanner, das durch seine animierte Bildelemente Aufmerksamkeit weckt kennen wir alle. Und auch wenn wir es nicht verhindern können, es anzusehen, eine Kaufhandlung wird in den wenigsten Fällen ausgelöst.

„Wir über uns“ wird kaum gelesen

Auf fast allen Websites findet sich der Menüpunkt Wir über uns oder einfach nur About. Auf diesen Seiten stellen Unternehmen Ihre Historie, Ihre Philosophie und Ihre Arbeitsweise dem potentiellen Kunden vor. Ein bestehender Kunde wird diesen Text selten lesen, weil er das Unternehmen bereits kennt.
In der Praxis gelangt der Besucher Ihrer Website häufig auf deren Startseite, auf der er einige Informationen über die Ausrichtung Ihres Unternehmens erfährt.
Nachdem die Startseite nach interessanten Informationen (in der Reihenfolge zuerst Bilder, dann Überschriften) überflogen wird, sucht der potentielle Kunde oben im Hauptmenü nach Themen oder Begriffen, die ihn interessieren. Findet er „seine“ Themen, klickt er sich durch die Seiten und hofft durch Lesen des Textes und Betrachten der Bilder, das Gesuchte zu finden. Findet er „seine“ Themen oder Begriffe auf Ihrer Website nicht innerhalb der ersten 30 Sekunden, ist er weg – oft geht es noch viel schneller.
Und auch wenn Sie das anbieten, was gesucht wird, wird der potentielle Kunde entweder direkt Kontakt mit Ihnen aufnehmen oder vorher noch nach weiteren Anbietern suchen, ein „Wir über uns“ interessiert den potentiellen Kunden also – wenn überhaupt – erst, wenn Sie in die enge Wahl derjenigen kommen, von denen er etwas kaufen möchte. Das Lesen der „Wir über uns“ Seite dient dann meist der eigenen Bestätigung des „guten Gefühls“, das man zuvor schon bekommen hat.

Voraussetzung dafür, dass Sie von Ihren potentiellen Kunden auch gefunden werden, ist natürlich, dass Ihre Website suchmaschinenoptimiert ist.
Bei der Optimierung Ihrer Website sind aber nicht nur die Suchalgorithmen von Google & Co. zu berücksichtigen, sondern auch das Suchverhalten Ihrer potentiellen Kunden.

Smartphones sind Textkiller

Zu beobachten ist, dass immer mehr Webtraffic (also das Surfen im Web) über Smartphones realisiert wird, Tendenz stark steigend.
Das Smartphone, das immer mehr einem Pocket-PC gleicht, ermöglicht es, überall in wenigen Sekunden die benötigten Informationen aus dem Web zu erhalten.
Nach Google hat sich daher auf Platz 2 eine Suchmaschine etabliert, die als Suchmaschine gar nicht gedacht war: YouTube.
Der Grund? Mittlerweile gibt es zu einer Flut von Fragen und Themen Videos. Jede Minute werden ca. 300 Stunden Videomaterial auf YouTube hochgeladen, mehrere hundert Millionen Stunden Videos am Tag von über einer Milliarde Nutzern konsumiert (Quelle: YouTube). Und das ist noch nicht das Ende.
Lange Texte auf dem Smartphone zu lesen ist – responsives Design hin oder her – anstrengend und langweilig. Ein Video hingegen kann mobil jederzeit angesehen und angehört werden.

Videosequenzen mit Mehrwert

Wie ist es nun aber möglich, Ihre Zielgruppe schon in den ersten Sekunden auf Ihrer Website genau dorthin zu führen, wohin Sie es möchten? Wie geben Sie ihm genau die Informationen die Ihr potentieller Kunde braucht, um von Ihnen überzeugt zu sein? Und das alles möglichst ohne auf den einzelnen Seiten herumklicken und lange Texte lesen zu müssen?
Ganz einfach: Sie zeigen ihm auf Ihrer Startseite ein Video, in dem Sie sich, Ihre Dienstleistungen und deren Mehrwert für den Kunden kurz vorstellen (bitte nicht länger als zwei Minuten, sollte es unterhaltsam oder mehrere abwechslungsreiche und interessante Themen aufgreifen, kann es auch bis zu vier Minuten lang sein).
Mit einem solchen Video bedienen Sie Ihre Wünsche und die Ihres potentiellen Kunden gleichzeitig:
1. Sie liefern die Informationen, die Ihr Kunde braucht, um sich für Sie zu entscheiden.
2. Durch das Video spart Ihr Kunde wertvolle Zeit (kein Suchen und Lesen langer Texte).
3. Sie führen Ihren Kunden (nicht nur gedanklich), indem Sie ihm zuerst genau die Informationen geben, die Sie für wichtig erachten.
4. Sie verhindern, dass Ihr Kunde auf Seiten Ihrer Website landet, die ihn von seiner Kaufabsicht ablenken.
5. Sie geben Ihrem Kunden einen persönlichen Eindruck von sich selbst sowie Ihrem Service- und Angebotsverständnis.

Also: Stellen Sie sich mal vor…! Und erklären Sie Ihrer Zielgruppe in einem kurzen Video, warum Sie der richtige Anbieter sind.

Was Sie bei der Produktion Ihres Videos und dessen Einbindung in Ihre Website beachten sollten, erfahren Sie in unserem nächsten kleinen Unternehmertipp.
Bis dahin weiterhin viel Erfolg.

Ihr
Steve Schulz
commata – Agentur für Marketing & Kommunikation
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Beachtung bei Bewegung

Wir schenken Dingen, die sich bewegen stärker Beachtung als Dingen, die dies nicht tun.

Doch warum ist das so?
Sinn unserer Fähigkeiten und Fertigkeiten ist es, überleben zu können. Aus diesem Grund ist unser Gehirn ist darauf ausgelegt, Bewegungen schneller zu verarbeiten. Was Bewegung mit Überleben zu tun hat?

Entwicklungsgeschichtlich betrachtet bedeutete eine Bewegung entweder Gefahr oder Nahrung. Beide Bedeutungen sind für unsere Überlebensstrategie wesentlich verantwortlich.
Und weil unser Gehirn diese Fähigkeit im Laufe der Evolution nicht verloren hat, reagieren wir unbewusst und in Bruchteilen von Sekunden auf Dinge die sich bewegen – ob wir wollen oder nicht.
Diese neurologische Anlage macht sich auch die Werbung zunutze.
Doch nicht nur im Fernsehen oder im Kino funktioniert das bewegte (und bewegende) Bild, sondern vor allem im Online-Bereich.

Bewegung macht den Unterschied

Das Internet besteht primär aus Seiten mit viel Text und statischen Bildern, zumeist Fotos. Dieses relativ statische Umfeld macht es so attraktiv, Bildsequenzen einzusetzen, die sich bewegen. Dabei ist es (fast) egal, wie viele Teile sich innerhalb eines Feldes bewegen, also, ob es eine Bildanimation, eine durchs Bild laufender Text oder das farbige Blinken eines Knopfes ist. Alle sich bewegenden Elemente werden gleichschnell vom Gehirn wahrgenommen. Erst nach näherer Betrachtung entscheidet Ihr Gehirn (also Sie), wie wichtig die Bewegung für Sie ist.

Machen Sie ruhig den Selbsttest und blättern Sie im Internet – nein, das heißt ja „surfen“ –, und messen Sie (gefühlt), wie schnell Ihnen Bewegungen auffallen und wie lange Sie sich diese näher betrachten, um dann zu entscheiden, wie Sie weiter verfahren. Lesen Sie zum Beispiel Werbebanner auf denen Animationen (Bewegtbilder) zu sehen sind ganz genau durch oder wenden Sie sich sehr schnell dann davon ab, wenn Sie registriert haben, dass es sich um Werbung handelt, weil Sie der Meinung sind, genau zu wissen, was Sie brauchen und Sie aus diesem Grund für Werbung nicht empfänglich seien?

Bewegung braucht die Ruhe

Animierte Banner (Werbeanzeigen), die Produkte und Angebote rechts, links, über oder im Seiteninhalt bewerben werden immer häufiger eingesetzt. Manchmal sind sie sogar so groß, dass sie den gesamten Kopfbereich einer Webseite einnehmen und sind so aufwendig und professionell erstellt, dass sie neben der auf sich ziehenden Aufmerksamkeit auch noch künstlerischen Charakter haben und Unterhaltungswert bieten.

Bei Ihrer Recherche wird Ihnen noch etwas auffallen: Es gibt nicht viele animierte Banner auf derselben Seite. Wieso eigentlich nicht? Nicht, weil die anderen nur ein geringeres Werbebudget haben und die Herstellungskosten für einen animierten Banner etwas höher sind. Nein, wenn zu viele sich gleichzeitig bewegende Elemente auf derselben Seite stehen, wirken diese nicht mehr.

Bei zu viel Bewegung schaltet unser Gehirn ab

Viel Bewegung hilft demnach nicht immer viel. Wir haben es dabei mit dem gleichen Effekt zu tun, der uns im Alltag begleitet, wenn wir zum Beispiel in der Fußgängerzone laufen. Würde unser Gehirn hier auf jede Bewegung reagieren und unsere Aufmerksamkeit zig Mal pro Sekunde wechseln, würden wir wahrscheinlich schon nach wenigen Sekunden erschöpft und dem Wahnsinn nahe zusammenbrechen. In solchen Fällen hat das Gehirn eine Art Not-Knopf, mit dem es sich selbst ausschalten kann. Das Ergebnis ist dann Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit, bei dem die lebensnotwendigen Funktionen erhalten bleiben, eine Aufmerksamkeit jedoch in keiner Weise mehr möglich ist. Selbstverständlich gibt es auch andere (medizinische) Gründe für eine plötzlich auftretende Ohnmacht, die mit einer Blutleere im Gehirn einhergeht (Synkope).

Das Gehirn kann also in der Fußgängerzone und auf einer Webseite Bewegungen ausblenden und sich dadurch selbst schützen. In einer solchen Situation entscheiden wir aktiv, nach welchen Kriterien wir unsere Aufmerksamkeit richten, bzw. nach welchen Informationen wir suchen. In der Fußgängerzone kann es zum Beispiel das Gesicht einer bestimmten Person oder das Logo/der Schriftzug eines Ladens sein. Auch hier bestimmt der Bewegungskontrast die Aufmerksamkeit mit, denn in der Fußgängerzone, in der sich alles und jeder zu bewegen scheint, werden die Dinge eher wahrgenommen, die ruhig sind und sich somit vom sich bewegenden Durcheinander abheben.

In den kommenden Ausgaben widmen wir uns vermehrt dem Bewegtbild und werfen einen kleinen Blick in die Welt der Online-Animation und erkunden, was bei der Produktion von Werbebannern, Werbespots und Imagefilmen zu beachten ist und wie und warum sie so gut wirken.

Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Beobachten Ihrer Aufmerksamkeit.

Ihr

Steve Schulz

commata – Agentur für Marketing & Kommunikation
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Wie sag ich´s meinen Mitarbeitern?

Grundlagen der Kommunikation – Teil 4

In den letzten drei Ausgaben haben wir uns an der Peripherie der Kommunikationswissenschaften bewegt und den Kommunikationsprozess aus Verkäufersicht beschrieben: Ein Sender gibt eine kodierte Information mittels eines Mediums an einen Empfänger weiter, um den Empfänger nach dessen Dekodierung bzw. Interpretation zu einer bestimmten Handlung zu bewegen. In unseren Beispielen zum Kauf.

Nicht viel anders funktioniert die unternehmensinterne Kommunikation.

Aus diesem Grund fassen wir die drei Kommunikationsebenen noch einmal kurz zusammen:

Die syntaktische, die physikalische Eigenschaften und somit das Medium des Kommunikationsprozesses untersucht, so z.B. visuelle und akustische (Bilder und Töne).

Bei der Dekodierung (Interpretation) kann es jedoch zu Verzerrungen kommen, wenn z.B. ein Bild unscharf oder ein Ton nicht laut und deutlich übertragen wird. Wird das Signal nicht wie gewünscht empfangen, kann es demnach nicht entsprechend interpretiert werden.

Die zweite Ebene ist die semantische. Die Semantik untersucht die Beziehung zwischen dem Zeichen und dessen Bedeutung. Hier geht es um die inhaltliche Verständigung des Kommunikationsprozesses.

Und zu guter Letzt widmet sich die pragmatische Ebene der innerhalb einer Kommunikation existierenden Verhaltensmuster.

Aus diesen Perspektiven heraus wurden als allgemeingültige Aussagen formuliert:

  • dass Kommunikation immer stattfinde, weil es unmöglich sei, nicht zu kommunizieren (P. Watzlawick) bzw. nicht zu interpretieren (C. S. Peirce).
  • sich in jeder Kommunikation auch Inhalts- und Beziehungsaspekte befänden, weil durch die Art der Nachrichtenübermittlung gleichzeitig eine persönliche Stellungnahme zu dem Gegenüber abgeben werde.
  • zwischenmenschliche Kommunikationsprozesse seien entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem ob die Beziehung zwischen beiden Seiten auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit beruhe.

So verwies u. a. Schulz von Thun auf die Existenz von vier Inhaltsaspekten einer Nachricht: den Sachaspekt, den Beziehungsaspekt, den Selbstoffenbarungsaspekt und den Appellaspekt.

Für kommunikationsintensive Führungs- und Koordinationsaufgaben sind besondere Kommunikationsformen und -regeln zu beachten.

Ein persönliches Mitarbeitergespräch unterliegt anderen Regeln als das Verfassen einer unternehmensweiten E-Mail, die über einen neuen Mitarbeiter informiert.

Unterschiedliche Kommunikationsformen in einem Unternehmen existieren ergo in Bezug auf Medien, Inhalte, Ansprechpartner und auf vereinbarte Verhaltensregeln.

Eines der größten Störpotentiale der Kommunikation ist die unterschiedliche Wahrnehmung der Wirklichkeit der Kommunikationspartner, indem Sender als auch Empfänger unterschiedliche Aspekte einer Nachricht fokussieren. So könnte die Aussage „Für die Präsentation nächste Woche ist noch viel zu tun.“ vom Sender als Arbeitsaufforderung gemeint sein, wohingegen der Empfänger meint, das noch ausreichend Zeit sei.

Jede Interpretationsverzerrung oder fehlenden Eineindeutigkeit einer Botschaft ermöglicht somit Verhaltensspielräume, die beiderseits zur Durchsetzung des eigenen Interesses ausgenutzt werden – auch gegen das Unternehmensinteresse. In der Regel versucht man diese Probleme durch Steigerung der Unternehmensidentifikation bzw. der Interessensangleichung und durch Schaffung reibungsfreier Kommunikationssysteme zu begegnen. Hier greifen Unternehmen gerne auf das Gewinnbeteiligungs- oder Gratifikationsmodell zurück, um Mitarbeiter zur Einhaltung definierter Kommunikations- und Arbeitsregeln zu bewegen.

Häufig wird die Einhaltung vorgegebener Kommunikations- bzw. Verhaltensregeln in einem Unternehmen multimedial kontrolliert. Wer kennt die telefonische Ansage nicht, dass „zu Servicezwecken das Gespräch aufgezeichnet wird“? Dieses Monitoring läuft jedoch der vorangegangen Kommunikation immer hinterher. Aus diesem Grund dient es nicht primär der Überwachung der Einhaltung von Vorgaben, sondern, ob die Vorgaben deutlich genug formuliert wurden, um entsprechend umgesetzt werden zu können.

Auch aus ökonomischer Sicht sind optimierte Kommunikationsprozesse essentiell, weil sie die Weitergabe eindeutiger Aufgabenbeschreibungen formulieren und motivierende Elemente enthalten können, die die Erfüllungsbereitschaft dieser Aufgaben erhöhen.

Ebenso kann die Organisations- und Kommunikationsstruktur für eine Verringerung der Kosten sorgen, indem sie den formalen Rahmen für Kompetenzen wie Aufgabenverteilung, Verteilung der Weisungs- und Entscheidungsbefugnis u.a. Aufgaben festlegt.

Hier kann eine prozessorientierte IT für eine reibungslosere und allgemeingültige Kommunikationsregelung sorgen und den Kommunikationsaufwand im Unternehmen reduzieren.

Für eine optimale Kommunikationskultur bleibt jedoch entscheidend, die inhaltlichen und verhaltensspezifischen Strukturen auf der semantischen und der pragmatischen Ebene zu überwinden. Der Erfolg betrieblicher Kommunikationsprozesse hängt also letztlich davon ab, ob innerhalb des Unternehmens ein Repertoire von Begriffen und Handlungsanweisungen existiert, das von allen Akteuren eindeutig interpretiert und präzise genutzt wird.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg beim Kommunizieren und einen guten Start ins neue Jahr!

Ihr

Steve Schulz

commata – Agentur für Marketing & Kommunikation

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Wie sag ich´s meinen Kunden? – Teil 3

Wie sag ich´s meinen Kunden?

Kurz zusammengefasst haben wir in den letzten beiden Ausgaben darüber gesprochen, dass eine beabsichtigte Kommunikation aus einem Sender, einem Empfänger, einem identischen Zeichensystem (Sprache) und einem Kontext besteht, wobei der innere und/oder der äußere Kontext (wer kann diese beiden schon wirklich voneinander trennen) mitverantwortlich dafür ist, wie etwas verstanden, d. h. interpretiert wird und anschließende Handlungen beeinflusst.

Interpretation hat viel mit Identifikation zu tun, denn wenn jemand nicht genau weiß, dass er gemeint ist, zu dem man spricht, wird er auch nicht reagieren – warum auch?

Und genau darin liegt die Hauptaufgabe der Werbung: Die Zielgruppe so anzusprechen, dass sie unmissverständlich weiß, dass sie gemeint ist. Nicht die Botschaft, sondern deren Interpretation muss demnach in den Vordergrund rücken.

Grundmotivation des Kunden nutzen

Wenn Sie als Unternehmen z. B. ein Auto verkaufen möchten und Werbung dafür machen, besteht Ihre primäre Absicht darin, Umsatz zu generieren und Gewinn zu machen. Wenn Ihr Kunde bei Ihnen ein Auto kauft, dann nur aus einem einzigen Grund: weil er damit etwas erreichen möchte!

Was er damit erreichen möchte, ist sicherlich unterschiedlich. Der eine kauft sich ein großes Auto, damit er Platz für die ganze Familie hat, der andere kauft sich das gleiche Auto, um eine Frau zu beeindrucken, ein anderer, um seinen Nachbarn zu ärgern.

Ihnen ist der Grund für deren Kauf egal, Hauptsache, Sie haben gerade drei große Autos verkauft?

Vorsicht, denn genau hier liegt die Aufgabe der Werbung. Werbung ist nicht allein das Anbieten eines Produktes oder eines Angebotes. Werbung ist die unwiderstehliche Verpackung, das Versprechen, sich erfüllender Wünsche, der Garant zum Glücklichsein – und wer möchte das nicht.

Weil sich der Kontext Ihrer Zielgruppe aus unterschiedlichsten Faktoren zusammensetzt, hilft es vielleicht diesen Kontext als Grundstimmung, Bereitschaft, Motivation oder vielleicht besser als Handlungspotential zu verstehen.

Worum es einem werbenden Unternehmen also geht, ist, eine bereits vorhandene Grundstimmung des potentiellen Kunden mittels kommunikativer Instrumente in eine Kaufabsicht oder besser in eine finale Kaufhandlung zu überführen.

Es reicht daher meist nicht aus, Ihrer Zielgruppe nur von Ihrem Angebot zu berichten. Um den Kunden zum Kauf zu bewegen, muss er wissen, dass er gemeint ist. Er muss das Gefühl haben, dass Sie genau wissen, worum es ihm geht, dass er verstanden wird. Sie demonstrieren Empathie und Ihre Zielgruppe entwickelt in gleichem Maße Sympathie für Sie – und noch viel wichtiger: sie identifiziert sich mit Ihrem Angebot.

Weg vom Ziel, heißt hin zum Kunden

Hinter jedem Kauf – wenn nicht sogar hinter jeder Handlung – steht also die Erfüllung eines Wunsches. Diesen gilt es nun bei Ihrer Werbung in den Vordergrund zu stellen. Es kann gar nicht oft genug betont werden: Es geht hier nicht um Sie, sondern um die Kommunikation dessen, worin der Vorteil (Benefit) Ihres Angebots für Ihren Kunden liegt. Allein dadurch sagen Sie ihm, dass Sie genau ihn meinen und keinen anderen.

Stellen Sie sich vor, Sie benötigen ein neues geräumiges und sparsames Auto für Ihre Familie, weil Ihr altes gerade kaputt gegangen ist und eine Reparatur zu teuer wäre. Nach langer Recherche haben Sie sich für zwei mögliche Modelle entschieden, die Sie sich in unterschiedlichen Autohäusern der Region anschauen möchten.

In dem ersten Autohaus erzählt Ihnen der Verkäufer bei einer Tasse Kaffee, wie toll das bestimmte Modell XY sei. Mit welchen technischen Raffinessen es daherkomme, wie viele PS der Motor habe, wie begeistert bisherige Käufer seien und welche Sonderrabatte man Ihnen gerade heute noch einräumen könne.

Im zweiten Autohaus – diesmal haben Sie sich für einen Tee entschieden, weil die Auswahl so verlockend war – fragt Sie die Verkäuferin erst einmal wofür Sie das Auto nutzen möchten, wie viele Sitze Sie brauchen, welche Rolle für Sie die Motorisierung und der Verbrauch spielen, um das Modell weiter einzugrenzen. Im weiteren Gespräch klären Sie gemeinsam, mit welchem Budget Sie kalkulieren. Die Verkäuferin zeigt Ihnen, welche Ausstattungsvarianten es gibt, welche davon für Sie einen wirklichen Mehrwert bieten und welche weniger. Sie führt Ihnen an Ihrem Wunschmodell die Vorzüge des leichten Einstiegs für Kinder vor, zeigt Ihnen die elektronischen Sicherheitsfunktionen zum Schutz der Kinder, insbesondere vor dem Einklemmen in der Tür oder dem Fenster, die leicht umzuklappenden Rücksitze, um das Ladevolumen zu variieren und vereinbart am Ende mit Ihnen einen Termin für eine Probefahrt, damit Sie das Fahrzeug in der Praxis mit Ihrer Familie testen und sich auch deren Meinung einholen können.

Nach dem freundlichen Gespräch, in dem alle Ihre Wünsche identifiziert und berücksichtigt wurden, liegt Ihnen ein Angebot vor, das preislich genau dem des ersten Autohauses entspricht. Welches Auto kaufen Sie? Viel wichtiger: Warum?

Und wie würde Ihr neues Auto aussehen, wenn Sie keine Kinder hätten oder diese schon aus dem Haus wären?

Werbung für Familienautos

Identifizieren Sie den Mehrwert für Familien…

 

Autowerbung für Singles

…oder den für Singles.

Ein bisschen Glück gehört dazu

Auch Glück gehört manchmal dazu, denn wäre nicht gerade letzte Woche das Auto der Familie kaputt gegangen, hätte der Mann von seiner Angebeteten nicht erfahren, dass sie große Autos mag und gäbe es keinen Nachbarschaftsstreit, hätten Sie nicht in dieser Woche drei große Auto verkaufen können.

Das Quäntchen Glück ist lediglich nur ein weiterer Faktor, der die Kaufabsicht beeinflusst. Die Kaufentscheidung haben Sie mit in der Hand.

Identifizieren Sie also nicht nur Ihre Zielgruppe, sondern vor allem deren Wünsche, und dann kommunizieren Sie den Nutzen, den Mehrwert oder das sich Einstellen der gewünschten Situation, dann werden Sie sehen, wie aus Interessenten Kunden werden.

Bis dahin wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg beim Identifizieren und Kommunizieren!

Ihr

Steve Schulz
commata – Agentur für Marketing & Kommunikation
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Wie sag ich´s meinen Kunden? – Teil 2

Wie sag ich´s meinen Kunden?

Beim letzten Mal haben wir darüber gesprochen, dass Kommunikation grundlegend immer aus einem Sender und einem Empfänger besteht und dass es für den Sender notwendig ist, sich eines Zeichenrepertoires zu bedienen, über das auch der Empfänger verfügt, um verstanden zu werden, was im Modell etwa so aussieht(lila ist hier das gleiche Zeichenrepertoire):

Kommunikationsmodell Abb. 1

Abb. 1

Man kann also einfach drauflosreden und der andere versteht einen. Wir können reden, ohne darüber nachdenken zu müssen. Manche Dinge haben wir eben so richtig gut gelernt, im wahrsten Sinne impliziert, also verinnerlicht. Ähnlich geht es uns beim Lesen und Fahrradfahren. Über derart implizite Handlungen denken wir gar nicht mehr nach, wir machen sie einfach.

Und das ist gut so, denn diese nahezu automatisch ablaufenden Prozesse existieren aus einem ganz bestimmten Grund: Implizite Prozesse laufen energieeffizienter ab als Prozesse, die einen komplexeren Gedankengang benötigen.

Dennoch oder gerade deshalb kommt es immer wieder zu Missverständnissen. Es reicht demnach nicht, unseren Sprechautomaten einzuschalten und zu reden, wie es uns gefällt. Im privaten Bereich reicht der implizite Sprachgebrauch wahrscheinlich zu 98 % aus, um erfolgreich zu sein, die restlichen 2 % entscheiden dann darüber, ob Beziehungen halten oder nicht.

Ganz anders sieht es im beruflichen Umfeld aus, da sinkt der prozentuale Anteil des impliziten Sprachgebrauchs schnell unter 30 %, vor allem dann, wenn Sie im Vertrieb, im Marketing, im Verkauf, in der Öffentlichkeitsarbeit oder in anderen Bereichen arbeiten, bei dem Gesagtes oder Veröffentlichtes einen ganz besonderen Einfluss auf Ihre Zielgruppen, deren Gedanken, Gefühle und vor allem Verhalten haben. Bewegen Sie sich auf politischem Parkett, ist das Verhältnis ähnlich wie im Privaten, nur umgekehrt, und Sie sind wahrscheinlich froh, wenn Sie auf die 2 % kommen und nicht jeder Ihr Wort auf die Goldwaage legt und Sie morgen wieder daran erinnert.

Wie aber können Sie sicher sein, dass Ihre Zielgruppen Sie so verstehen, wie Sie das möchten? Wie können Sie sie dazu bringen, das zu denken oder das zu tun, was Sie möchten?

Indem wir auf mehr achten als nur auf den Einsatz eines deckungsgleichen Zeichenrepertoires. Der sogenannte „Ton“ zum Beispiel oder der Moment, in dem wir etwas sagen, sind Faktoren, die ganz wesentlichen Einfluss darauf haben, wie das von uns Gesagte interpretiert wird.

Die folgende Grafik (Abb. 2) zeigt die gleiche wie Abb. 1, nur um einen Bereich erweitert. Wir nennen diesen Bereich mal den Kontext, den jeder immer mit sich führt. Man ist ja nie einfach nur so da, sondern man ist immer in einer bestimmten Situation, in einer Stimmung. Und diesen Kontext haben sowohl Sie als Sender als auch der Empfänger. Wenn es gut läuft, überschneiden sich diese ebenfalls, so dass der Sender eine höhere Chance hat, von dem Empfänger wirklich verstanden zu werden. Der Empfänger hört Sie nicht nur, es besteht auch die Möglichkeit, dass er Sie wirklich versteht.

Kommunikationsmodell Abb. 2

Abb. 2

Dass es unterschiedliche Kontexte gibt, ist Ihnen auch sicherlich bewusst. Im Wesentlichen unterscheiden wir zwischen einem äußeren und einem Inneren Kontext. Stellen Sie sich vor, Sie gehen gemütlich am Sonntagnachmittag im Park spazieren. Sie genießen es, nach einer stressigen Woche im Büro endlich in der Natur zu sein und Energie zu tanken. Nach einer Weile kommen Sie bei Ihrem Lieblingseisverkäufer vorbei. Der Duft frischgebackener Eiswaffeln steigt Ihnen in die Nase. Setzen Sie noch das „i-Tüpfelchen“ auf diesen schönen Tag, gehen hin und kaufen sich Ihr Lieblingseis in der frischgebackenen Waffel?

Ach, Moment, ich habe den Kontext vergessen: Es sind 15 Grad unter null, es fängt gerade an zu stürmen, und Sie sind schon ziemlich durchgefroren, weil Sie sich nicht warm genug angezogen haben.

Kaufen Sie sich nun Ihr Lieblingseis?

Im Sommer bei 28 Grad im Schatten hätten Sie sich wahrscheinlich gefreut und sich ein Eis gekauft. Bei 15 Grad unter null fragen Sie sich vielleicht, was in den Eisverkäufer gefahren ist, bei einem solchen Wetter Eis statt Tee oder Kaffee zu verkaufen.

Sie merken schon, der Kontext – in unserem Beispiel das Wetter und Ihr Körpergefühl – entscheidet über den Erfolg des Angebots. Obwohl Sie eigentlich zur Zielgruppe des Eisverkäufers gehören, hat er Sie nicht zum Kauf animieren können.

Nachdem Sie darüber Bescheid wissen, wie sehr der Kontext eine Kaufentscheidung beeinflusst, können Sie ab heute sicherlich Ihre Umsätze in die Höhe schnellen lassen, indem Sie Ihre Angebote in Zukunft immer der richtigen Zeit, dem richtigen Ort und der richtigen Art und Weise anpassen, oder?

Wenn Sie sich jetzt sagen, dass Sie das ja alles schon wissen und hundertmal gemacht haben und dass es noch irgendetwas anderes geben muss, das beachtet werden sollte, damit die Umsätze weiter wachsen, muss ich Ihnen Recht geben. Ja, Sie haben Recht. Es reicht ganz und gar nicht, wenn Sie lediglich nur auf die „weichen“ Faktoren setzen. Ohne diese allerdings, wären Sie genauso erfolgreich wie der Eisverkäufer im winterlichen Schneesturm.

Es gibt noch zwei weitere Faktoren, die wirklich darüber entscheiden, ob Ihr Angebot angenommen wird oder nicht.

Wie Sie einen dieser beiden Faktoren ganz einfach berücksichtigen können, und warum für den anderen auch Glück im Spiel ist, und welcher von beiden die Kaufentscheidung stärker beeinflusst, behandeln wir in den kommenden Ausgaben.

Bis dahin wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg beim Kommunizieren!

Ihr

Steve Schulz
commata – Agentur für Marketing & Kommunikation
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Wie sag ich´s meinen Kunden? – Teil 1

Wie sag ich´s meinen Kunden?

Wir alle wissen, was mit dem Begriff der „Kommunikation“ gemeint ist und doch ist es ebenfalls für uns alle so schwierig, damit adäquat umzugehen.

Wie Kommunikation funktioniert und warum es so schwer ist, anderen das Gewünschte so mitzuteilen, wie wir das gerne hätten, wird in den kommenden Ausgaben behandelt und hilft Ihnen vielleicht dabei, sich Ihrem Gegenüber ein wenig verständlicher auszudrücken oder ihn besser zu verstehen – und somit erfolgreicher zu kommunizieren.

Aus wissenschaftlicher Sicht versteht man unter einer Kommunikation die bewusste Weiterleitung einer Information mittels eines codierten Zeichensystems, das sich wiederum eines Mediums bedient.

Dabei können eingesetzte Codes oder Zeichensysteme viele Erscheinungsformen haben. Sie können z. B. eine hörbare Sprache, eine Gebärdensprache, ein Verkehrsschild, ein schriftlicher Text, die Farbe, der Geruch oder der Geschmack einer Blüte sein. Immer geht es darum, dass ein Sender einem Empfänger etwas Bestimmtes mitteilen möchte und der Empfänger darauf entsprechend reagieren soll.

Hier ein einfaches Beispiel für den Versuch einer verbalen Kommunikation: Sie sitzen morgens am Frühstückstisch eines Hotels und bitten das Servicepersonal, Ihnen etwas Milch zu bringen, die Sie für Ihren Kaffee benötigen, um besser in den Tag starten zu können.

Der chronologische Ablauf dieser Kommunikation ist in zwei Hauptphasen geteilt, die Produktion und die Rezeption. Die Produktion ist Ihre ausformulierte Bitte an das Personal, Ihnen Milch zu bringen, nachdem Sie sich entschieden haben, einen Kaffee zu trinken. Die Rezeption entsteht auf der Seite des Empfängers und bezeichnet die Interpretation des Gehörten und die daraus resultierende Aktion, Ihnen die Milch zu bringen.

In der Theorie sieht dieser Prozess so aus: Ein Individuum (Sender) beabsichtigt einem anderen Individuum (Empfänger) eine Information mitzuteilen und verfolgt dabei eine bestimmte Absicht. Damit die Übermittlung dieser Information erfolgreich sein kann, muss der Sender darauf achten, Codes bzw. Zeichen einzusetzen, die der Empfänger versteht. Kennt der Empfänger die vom Sender eingesetzten Zeichen nicht, versteht er ihn nicht, und die Kommunikation ist erfolglos.

Spricht das Servicepersonal in unserem Beispiel kein Deutsch, wird die Milch wohl dort stehenbleiben, wo sie ist. Wird Ihnen die Milch gebracht, hat man Sie verstanden. In diesem Fall ist eine bilaterale Einheit entstanden und die Kommunikation war erfolgreich.

Um erfolgreich zu kommunizieren, ist es daher notwendig, dass der Sender ein Zeichensystem einsetzt, das der Empfänger versteht. Aus diesem Grund ist es in erster Linie die Aufgabe des Senders, das verwendete Zeichensystem dem des Empfängers anzupassen. Kommunikationswissenschaftler nennen dies den Einsatz kongruenter (deckungsgleicher) Zeichensysteme. Mit der Absicht der Informationsweiterleitung wählt der Sender nun ein bestimmtes Zeichenrepertoire, von dem er weiß oder hofft, dass auch der Empfänger darüber verfügt.

Kommunikation...mehr als nur senden und empfangen

Kommunikation…mehr als nur senden und empfangen

Wie sieht das in der Praxis aus?

Gehen wir zurück an den Frühstückstisch. Sie warten immer noch auf Ihre Milch und haben mittlerweile bemerkt, dass das Servicepersonal mit anderen Gästen eine Sprache spricht, die Sie nicht kennen. Nun haben Sie zwei Möglichkeiten. Entweder Sie holen sich Ihre Milch selbst oder Sie kommunizieren mit dem Personal, indem Sie Gesten und Wörter verwenden, von denen Sie hoffen, dass sie Ihr Gegenüber versteht – Sie erinnern sich: kongruente Zeichensysteme!

Zuerst beginnen Sie, Milch in all den Sprachen zu sprechen, die Sie kennen. Sollten Sie immer noch bemerken, dass man Sie nicht versteht, werden Sie dazu übergehen, zu gestikulieren. Sie zeigen auf den Kaffee, die Tasse und gehen bald dazu über das Melken eines Euters nachzuahmen, Ihre beiden abstehenden Zeigefinger an die Schläfen zu halten und „Muh“ zu sagen, in der Hoffnung, dass milchgebende Tier so erfolgreich nachgeahmt zu haben und dass das Servicepersonal nun endlich darauf kommt, was Sie möchten.

Sie merken: Der Sender muss sich dem Empfänger anpassen, nicht umgekehrt.

Wir hoffen alle an dieser Stelle für Sie, dass man Ihnen nun die Milch für Ihren heißersehnten Kaffee bringt und kein Steak.

Was lernen Sie daraus? Sie werden diese Situation zu vermeiden wissen, indem Sie nun das Wort Milch in einer weiteren Sprache lernen, vielleicht sogar einen ganzen Satz, in dem Milch und Kaffee vorkommen.

Wie kommt es aber nun zu Missverständnissen, wenn Sender und Empfänger die gleiche Sprache sprechen?

Rückfragen wie „Wie meinst Du das?“ oder „Wie soll ich denn das verstehen?“ sind in der Tier- und Pflanzenwelt eher selten zu beobachten. Warum kommt es trotzdem ausgerechnet bei uns Menschen so oft zu Missverständnissen – mit zum Teil unangenehmen Folgen? Sind wir doch der Meinung, uns intellektuell von allen Lebewesen deutlich zu unterscheiden.

Der Grund dafür scheint offensichtlich, wird aber innerhalb des von uns praktizierten Kommunikationsprozesses häufig vernachlässigt. Der Grund dafür, dass der Empfänger auf die von uns an ihn gerichtete Information nicht wie gewünscht reagiert, ist der, dass wir nicht die richtigen Zeichensysteme eingesetzt haben und es deshalb bei dem Empfänger zu einer anderen – aus unserer Sicht zu einer falschen – Interpretation und somit Reaktion gekommen ist.

In den nächsten Ausgaben erfahren Sie mehr darüber, welche Aspekte oder Zeichensysteme zusätzlich zu berücksichtigen sind, um Missverständnisse zu vermeiden, worin die Unterschiede zwischen SAGEN und MEINEN sowie zwischen HÖREN und VERSTEHEN liegen, und wie Sie durch die richtige Wahl der Zeichensysteme und Argumentation die Interpretation des Empfängers so beeinflussen können, dass er Sie besser versteht.

Bis dahin wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg beim Senden und Empfangen!

Ihr

Steve Schulz
commata – Agentur für Marketing & Kommunikation
www.commata.de


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Die Kraft der Farbe – Teil 2

Wie sich Farben zusammensetzen, wurde in der vergangenen Ausgabe skizziert. Doch was ist so besonders an Primär- und Mischfarben, und warum sind sie für Unternehmen so wichtig?

Der Erfolg eines Unternehmens ist davon abhängig, wie es von seiner Zielgruppe wahrgenommen wird. Die Wahrnehmung findet dabei in erster Linie auf visueller Ebene statt bevor es zu schriftlichen Angeboten oder Verkaufsgesprächen kommt. Bei der visuellen Wahrnehmung wiederum wird die Farbe noch vor Bildern oder Texten – meist unbewusst – wahrgenommen. Erst dann werden Bildinhalte und danach Schriften bzw. Texte visuell erfasst, um im Anschluss aus allen Komponenten eine Botschaft zu generieren.
Aus diesem Grund ist auch die Farbe das dominierende Element einer Werbung oder einer Werbeanzeige, eines Logos oder des kompletten Erscheinungsbildes eines Unternehmens.
Versuchen Sie ruhig den Selbsttest und fragen Sie sich, wie die Logos bekannter Unternehmen aussehen. An was erinnern Sie sich zuerst? Bei welchem Element sind Sie sich sicher? Schrift? Anordnung, Größe und Form grafischer Elemente? Oder bei der Farbe?

Egal, ob im Printbereich, im Internet oder im Fernsehen, Farben bestimmen das Gestaltungsbild, und das hat einen Grund: Farben beeinflussen.
Warum Farben beeinflussen? Weil sie emotionalisieren und polarisieren. Dies ist auch dadurch begründet, dass im Bereich der Farbgebung Konventionen existieren, die mit Werten und Annahmen stark verbunden sind.
Warum sind über 70 % der Geschäftswagen blau, grau oder schwarz? Warum darf das Abendkleid einer Frau bei einem Empfang rot sein, der Anzug ihres Begleiters besser nicht?
Wie stark die Farbgebung der Werbung Einfluss auf andere Bereiche unseres Lebens hat, zeigt das Beispiel von Coca-Cola sehr gut. Seitdem sich das US-amerikanische Unternehmen für eine Werbekampagne Anfang der 1930er Jahre der rot-weißen Farbgebung des Weihnachtsmannes bediente, die der Karikaturist Thomas Nast im Jahr 1863 geschaffen hatte, können auch wir uns einen anders farbigen Weihnachtsmann gar nicht mehr vorstellen.
Aber Farben können noch mehr!
Kennen Sie den Ausdruck „kalte“ oder „warme Farben“? Wie ist es möglich, dass Farben eine gefühlte Temperatur zugesprochen wird? Weil wir Blau mit Eis und Orange-Rot mit Feuer assoziieren. Und weil wir daran denken, fühlen wir so – ganz einfach. „Warme“ Farben vermitteln dann eher Geborgenheit, „kräftige“ Farben Stärke und Professionalität.
Wer einen blauen Lavastrom malt, der aus einem Vulkan fließt, läuft Gefahr, dass man den Lavastrom für einen Wasserfall hält.
Farben können auch „freundlich“, „verspielt“ oder „aggressiv“ sein. Wie wirkt auf sie ein pechschwarzer Porsche in Mattlack? Zurückhaltend? Und wie wirkt auf Sie ein glänzender rosafarbener Porsche, der daneben steht? Und welcher Porsche ist wohl schneller?
Sie merken schon, wie unbewusst Farben wirken.

Weil Farben Emotionen wecken und Kaufentscheidungen stark durch Emotionen beeinflusst werden, spricht man auch davon, dass Farben Käufer machen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Unternehmen allein durch die richtige Farbauswahl mehr Umsatz generieren können. So wurden z. B. auf Webseiten rote oder orangefarbene Call-to-action-Buttons (Buttons, die zu einer Handlung auffordern, wie z. B. „kaufen“ oder „weiter“) fast um 40 % häufiger geklickt als blaue Buttons an identischer Stelle.
Wie sollten Farben nun aber eingesetzt werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen?
Möchte man eine ruhige, zurückhaltende Stimmung erzeugen, geht man besser sparsam mit Farben um und setzt „ruhige“, „tiefe“ oder evtl. pastellige statt „quietschender“, greller Farben ein. Dezente Farbakzente mit unterschiedlichen Kontrastwerten wirken oft stärker als ein buntes Durcheinander.
Grundlegend wirken Farben jedoch nie allein, sondern erst durch ihre unmittelbare Umgebung (durch andere Farben).
Da Farben und Farbkombinationen auch ganz wesentlich den Wiedererkennungswert steigern, ist es wichtig, nicht zu viele Farben bei der Außendarstellung einzusetzen, da ein zu buntes Erscheinungsbild die Einordnung und Wertung des Unternehmens deutlich erschwert. Und da eine neutrale Wertung bekanntlich nicht existiert, wird ein Erscheinungsbild, das nicht eindeutig zuzuordnen ist und für Verwirrung sorgt, eher negativ beurteilt.

Möchte man mehrere Farben miteinander verbinden, ist es daher empfehlenswert, wenn man sich für eine Leitfarbe, eine Begleitfarbe und eine akzentuierende Farbe entscheidet. Hierbei sollte die Leit- oder Hauptfarbe einen Anteil von über 50 % ausmachen und die akzentuierende möglichst nicht mehr als 10 %. Auch auf die Harmonisierung der ausgewählten Farbwerte untereinander ist zu achten. Um hier auf der sichereren Seite zu sein, gibt es Farbtabellen und andere Tools, die mögliche Farbkombination vorschlagen.

Wie Sie sehen, ist die Farbe ein essentielles Element Ihres Unternehmens, das in allen Einsatzbereichen großer Aufmerksamkeit und Wertschätzung bedarf.

Ich wünsche Ihnen daher stets ein gutes Händchen bei der Wahl der richtigen Farbe, damit Sie Ihre Zielgruppe wie gewünscht erreichen.

Ihr
Steve Schulz
commata – Agentur für Marketing & Kommunikation
www.commata.de


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Die Kraft der Farbe – Teil 1

Die Kraft der Farbe – Teil 1

Über gestaltungsrelevante Themen haben wir bereits einige Male gesprochen. Auch darüber, wie wichtig und unerlässlich die Gestaltung für Ihren unternehmerischen Erfolg ist.

Gestaltet werden nicht nur Briefbögen, Visitenkarten, Websites oder Werbeanzeigen, sondern all das, was Sie an Ihre Kunden und Partner weitergeben. Jede Information, jedes Schreiben, jeder Prospekt, jede Einladung sollte nach den vom Unternehmen vorgegebenen Kriterien so gestaltet sein, dass eine eindeutige Wiedererkennung und eine damit einhergehende und zumeist emotional besetzte Assoziation erzeugt wird.

Neben dem Inhaltlichen – was sicherlich auch ein Gestaltungsaspekt ist – ist es vor allem das Visuelle, was wir unter dem Begriff der „Gestaltung“ verstehen.
Die Kombination von Schrift (Typografie) und Farben sowie deren Wirkung auf der Fläche sind dabei die wichtigsten Aspekte.
Woher weiß der Gestalter aber, welche Farben und welche Schriften wann am besten eingesetzt werden?
Dafür gibt es Regeln, die neben einem individuellen Geschmack (meist dem des Auftraggebers) und einem weiten Erfahrungsschatz dem Gestalter zur Seite stehen.

Was uns neben der Fähigkeit der Antizipation auch noch von vielen Tieren unterscheidet, ist die Art und Weise der Wahrnehmung von Farben – was mit dem physiologischen Aufbau unseres Auges und der neuronalen Reizverarbeitung zu tun hat.
Farben sind für uns Signale, die ihre eigentliche Wirkung erst durch Ihre Umwelt erzielen.
Ein rotes Sofa in einem weißen Raum wirkt anders als ein rotes Sofa in einem roten Raum. Aber auch der rote Raum wirkt anders auf uns als ein weißer.

Wie und warum wirken nun aber Farben? Welche Farben passen zusammen und welche nicht?

Über die Wirkung von Farben gibt es viele Untersuchungen, die sich in ihren Aussagen nicht immer decken – was primär an der Art und Weise der Untersuchung liegt und weniger an der Farbe.
Versucht man die Untersuchungsergebnisse auf einer für den Anwender verständlichen Ebene zusammenzufassen, werden u. a. mit den Grundfarben Gelb, Orange, Rot, Lila, Blau und Grün folgende Attribute verbunden:

Gelb: kommunikativ, energievoll, befreiend
Orange: belebend, motorisch, festlich
Rot: anziehend, vital, kraftvoll, gefährlich, süß
Lila: vertiefend, geheimnisvoll, entspannend
Blau: seriös, vertraut, sympathisch, konzentrierend
Grün: passiv, ausgleichend, beruhigend, hoffend

Weiß und Schwarz sind als solches keine Farbwerte, weil sie durch die additive (Weiß) bzw. subtraktive (Schwarz) Überlagerung aller Farben entstehen. Man spricht hier auch von „unbunten Farben“.
Der Begriff der „Grundfarbe“ ist wohl eher nicht ganz korrekt, wenn man sich den Farbkreis Johannes Ittens aus dem Jahr 1961 betrachtet.
Itten, der als Farbdidaktiker die Wirkung der Farben und Farbkombinationen auf der Fläche untersuchte, spricht von Primär-, Sekundär und Tertiärfarben, die von der Mitte ausgehend nach außen durch Mischung benachbarter Farben entstehen.

Gelb, Rot und Blau sind hier die zentralen Primärfarben. Die Farben Orange, Lila und Grün sind Sekundärfarben und entstehen durch die Mischung der benachbarten Primärfarben.
Der äußere Kreis nimmt die Primärfarben und die Sekundärfarben auf und erweitert diese um die tertiären Farben, die aus der Mischung der benachbarten Primär und Sekundärfarben entstehen.

Welche Farbkontraste es gibt und welche Farben man am besten kombiniert, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen, erfahren Sie in der nächsten Ausgabe.

Ich wünsche Ihnen einen farbenfrohen August.

Ihr

Steve Schulz
commata – Agentur für Marketing & Kommunikation
www.commata.de