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Beachtung bei Bewegung

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Beachtung bei Bewegung

Wir schenken Dingen, die sich bewegen stärker Beachtung als Dingen, die dies nicht tun.

Doch warum ist das so?
Sinn unserer Fähigkeiten und Fertigkeiten ist es, überleben zu können. Aus diesem Grund ist unser Gehirn ist darauf ausgelegt, Bewegungen schneller zu verarbeiten. Was Bewegung mit Überleben zu tun hat?

Entwicklungsgeschichtlich betrachtet bedeutete eine Bewegung entweder Gefahr oder Nahrung. Beide Bedeutungen sind für unsere Überlebensstrategie wesentlich verantwortlich.
Und weil unser Gehirn diese Fähigkeit im Laufe der Evolution nicht verloren hat, reagieren wir unbewusst und in Bruchteilen von Sekunden auf Dinge die sich bewegen – ob wir wollen oder nicht.
Diese neurologische Anlage macht sich auch die Werbung zunutze.
Doch nicht nur im Fernsehen oder im Kino funktioniert das bewegte (und bewegende) Bild, sondern vor allem im Online-Bereich.

Bewegung macht den Unterschied

Das Internet besteht primär aus Seiten mit viel Text und statischen Bildern, zumeist Fotos. Dieses relativ statische Umfeld macht es so attraktiv, Bildsequenzen einzusetzen, die sich bewegen. Dabei ist es (fast) egal, wie viele Teile sich innerhalb eines Feldes bewegen, also, ob es eine Bildanimation, eine durchs Bild laufender Text oder das farbige Blinken eines Knopfes ist. Alle sich bewegenden Elemente werden gleichschnell vom Gehirn wahrgenommen. Erst nach näherer Betrachtung entscheidet Ihr Gehirn (also Sie), wie wichtig die Bewegung für Sie ist.

Machen Sie ruhig den Selbsttest und blättern Sie im Internet – nein, das heißt ja „surfen“ –, und messen Sie (gefühlt), wie schnell Ihnen Bewegungen auffallen und wie lange Sie sich diese näher betrachten, um dann zu entscheiden, wie Sie weiter verfahren. Lesen Sie zum Beispiel Werbebanner auf denen Animationen (Bewegtbilder) zu sehen sind ganz genau durch oder wenden Sie sich sehr schnell dann davon ab, wenn Sie registriert haben, dass es sich um Werbung handelt, weil Sie der Meinung sind, genau zu wissen, was Sie brauchen und Sie aus diesem Grund für Werbung nicht empfänglich seien?

Bewegung braucht die Ruhe

Animierte Banner (Werbeanzeigen), die Produkte und Angebote rechts, links, über oder im Seiteninhalt bewerben werden immer häufiger eingesetzt. Manchmal sind sie sogar so groß, dass sie den gesamten Kopfbereich einer Webseite einnehmen und sind so aufwendig und professionell erstellt, dass sie neben der auf sich ziehenden Aufmerksamkeit auch noch künstlerischen Charakter haben und Unterhaltungswert bieten.

Bei Ihrer Recherche wird Ihnen noch etwas auffallen: Es gibt nicht viele animierte Banner auf derselben Seite. Wieso eigentlich nicht? Nicht, weil die anderen nur ein geringeres Werbebudget haben und die Herstellungskosten für einen animierten Banner etwas höher sind. Nein, wenn zu viele sich gleichzeitig bewegende Elemente auf derselben Seite stehen, wirken diese nicht mehr.

Bei zu viel Bewegung schaltet unser Gehirn ab

Viel Bewegung hilft demnach nicht immer viel. Wir haben es dabei mit dem gleichen Effekt zu tun, der uns im Alltag begleitet, wenn wir zum Beispiel in der Fußgängerzone laufen. Würde unser Gehirn hier auf jede Bewegung reagieren und unsere Aufmerksamkeit zig Mal pro Sekunde wechseln, würden wir wahrscheinlich schon nach wenigen Sekunden erschöpft und dem Wahnsinn nahe zusammenbrechen. In solchen Fällen hat das Gehirn eine Art Not-Knopf, mit dem es sich selbst ausschalten kann. Das Ergebnis ist dann Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit, bei dem die lebensnotwendigen Funktionen erhalten bleiben, eine Aufmerksamkeit jedoch in keiner Weise mehr möglich ist. Selbstverständlich gibt es auch andere (medizinische) Gründe für eine plötzlich auftretende Ohnmacht, die mit einer Blutleere im Gehirn einhergeht (Synkope).

Das Gehirn kann also in der Fußgängerzone und auf einer Webseite Bewegungen ausblenden und sich dadurch selbst schützen. In einer solchen Situation entscheiden wir aktiv, nach welchen Kriterien wir unsere Aufmerksamkeit richten, bzw. nach welchen Informationen wir suchen. In der Fußgängerzone kann es zum Beispiel das Gesicht einer bestimmten Person oder das Logo/der Schriftzug eines Ladens sein. Auch hier bestimmt der Bewegungskontrast die Aufmerksamkeit mit, denn in der Fußgängerzone, in der sich alles und jeder zu bewegen scheint, werden die Dinge eher wahrgenommen, die ruhig sind und sich somit vom sich bewegenden Durcheinander abheben.

In den kommenden Ausgaben widmen wir uns vermehrt dem Bewegtbild und werfen einen kleinen Blick in die Welt der Online-Animation und erkunden, was bei der Produktion von Werbebannern, Werbespots und Imagefilmen zu beachten ist und wie und warum sie so gut wirken.

Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Beobachten Ihrer Aufmerksamkeit.

Ihr

Steve Schulz

commata – Agentur für Marketing & Kommunikation
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