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Die Kraft der Farbe – Teil 2

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Die Kraft der Farbe – Teil 2

Wie sich Farben zusammensetzen, wurde in der vergangenen Ausgabe skizziert. Doch was ist so besonders an Primär- und Mischfarben, und warum sind sie für Unternehmen so wichtig?

Der Erfolg eines Unternehmens ist davon abhängig, wie es von seiner Zielgruppe wahrgenommen wird. Die Wahrnehmung findet dabei in erster Linie auf visueller Ebene statt bevor es zu schriftlichen Angeboten oder Verkaufsgesprächen kommt. Bei der visuellen Wahrnehmung wiederum wird die Farbe noch vor Bildern oder Texten – meist unbewusst – wahrgenommen. Erst dann werden Bildinhalte und danach Schriften bzw. Texte visuell erfasst, um im Anschluss aus allen Komponenten eine Botschaft zu generieren.
Aus diesem Grund ist auch die Farbe das dominierende Element einer Werbung oder einer Werbeanzeige, eines Logos oder des kompletten Erscheinungsbildes eines Unternehmens.
Versuchen Sie ruhig den Selbsttest und fragen Sie sich, wie die Logos bekannter Unternehmen aussehen. An was erinnern Sie sich zuerst? Bei welchem Element sind Sie sich sicher? Schrift? Anordnung, Größe und Form grafischer Elemente? Oder bei der Farbe?

Egal, ob im Printbereich, im Internet oder im Fernsehen, Farben bestimmen das Gestaltungsbild, und das hat einen Grund: Farben beeinflussen.
Warum Farben beeinflussen? Weil sie emotionalisieren und polarisieren. Dies ist auch dadurch begründet, dass im Bereich der Farbgebung Konventionen existieren, die mit Werten und Annahmen stark verbunden sind.
Warum sind über 70 % der Geschäftswagen blau, grau oder schwarz? Warum darf das Abendkleid einer Frau bei einem Empfang rot sein, der Anzug ihres Begleiters besser nicht?
Wie stark die Farbgebung der Werbung Einfluss auf andere Bereiche unseres Lebens hat, zeigt das Beispiel von Coca-Cola sehr gut. Seitdem sich das US-amerikanische Unternehmen für eine Werbekampagne Anfang der 1930er Jahre der rot-weißen Farbgebung des Weihnachtsmannes bediente, die der Karikaturist Thomas Nast im Jahr 1863 geschaffen hatte, können auch wir uns einen anders farbigen Weihnachtsmann gar nicht mehr vorstellen.
Aber Farben können noch mehr!
Kennen Sie den Ausdruck „kalte“ oder „warme Farben“? Wie ist es möglich, dass Farben eine gefühlte Temperatur zugesprochen wird? Weil wir Blau mit Eis und Orange-Rot mit Feuer assoziieren. Und weil wir daran denken, fühlen wir so – ganz einfach. „Warme“ Farben vermitteln dann eher Geborgenheit, „kräftige“ Farben Stärke und Professionalität.
Wer einen blauen Lavastrom malt, der aus einem Vulkan fließt, läuft Gefahr, dass man den Lavastrom für einen Wasserfall hält.
Farben können auch „freundlich“, „verspielt“ oder „aggressiv“ sein. Wie wirkt auf sie ein pechschwarzer Porsche in Mattlack? Zurückhaltend? Und wie wirkt auf Sie ein glänzender rosafarbener Porsche, der daneben steht? Und welcher Porsche ist wohl schneller?
Sie merken schon, wie unbewusst Farben wirken.

Weil Farben Emotionen wecken und Kaufentscheidungen stark durch Emotionen beeinflusst werden, spricht man auch davon, dass Farben Käufer machen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Unternehmen allein durch die richtige Farbauswahl mehr Umsatz generieren können. So wurden z. B. auf Webseiten rote oder orangefarbene Call-to-action-Buttons (Buttons, die zu einer Handlung auffordern, wie z. B. „kaufen“ oder „weiter“) fast um 40 % häufiger geklickt als blaue Buttons an identischer Stelle.
Wie sollten Farben nun aber eingesetzt werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen?
Möchte man eine ruhige, zurückhaltende Stimmung erzeugen, geht man besser sparsam mit Farben um und setzt „ruhige“, „tiefe“ oder evtl. pastellige statt „quietschender“, greller Farben ein. Dezente Farbakzente mit unterschiedlichen Kontrastwerten wirken oft stärker als ein buntes Durcheinander.
Grundlegend wirken Farben jedoch nie allein, sondern erst durch ihre unmittelbare Umgebung (durch andere Farben).
Da Farben und Farbkombinationen auch ganz wesentlich den Wiedererkennungswert steigern, ist es wichtig, nicht zu viele Farben bei der Außendarstellung einzusetzen, da ein zu buntes Erscheinungsbild die Einordnung und Wertung des Unternehmens deutlich erschwert. Und da eine neutrale Wertung bekanntlich nicht existiert, wird ein Erscheinungsbild, das nicht eindeutig zuzuordnen ist und für Verwirrung sorgt, eher negativ beurteilt.

Möchte man mehrere Farben miteinander verbinden, ist es daher empfehlenswert, wenn man sich für eine Leitfarbe, eine Begleitfarbe und eine akzentuierende Farbe entscheidet. Hierbei sollte die Leit- oder Hauptfarbe einen Anteil von über 50 % ausmachen und die akzentuierende möglichst nicht mehr als 10 %. Auch auf die Harmonisierung der ausgewählten Farbwerte untereinander ist zu achten. Um hier auf der sichereren Seite zu sein, gibt es Farbtabellen und andere Tools, die mögliche Farbkombination vorschlagen.

Wie Sie sehen, ist die Farbe ein essentielles Element Ihres Unternehmens, das in allen Einsatzbereichen großer Aufmerksamkeit und Wertschätzung bedarf.

Ich wünsche Ihnen daher stets ein gutes Händchen bei der Wahl der richtigen Farbe, damit Sie Ihre Zielgruppe wie gewünscht erreichen.

Ihr
Steve Schulz
commata – Agentur für Marketing & Kommunikation
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